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Der heute in Vergessenheit geratene, schweizer Schriftsteller und Philosoph, Gonzague de Reynold, faßte das Erbe Europas in seinem Buch: Qu’est ce que l’Europe – la formation de l’Europe – mit diesen einfachen Worten zusammen: Europa ist auf 3 Hügeln erbaut - der Akropolis, dem Capitol und Golgotha!
Die Akropolis, das Capitol und Golgotha stehen für jeweils unabhängige Traditionen, Werte und Denkrichtungen, die im Laufe der Jahrhunderte verschmolzen sind, sich gegenseitig befruchtet und erweitert haben und heute nicht mehr voneinander trennbar sind. Der Verlust einer dieser 3 bedeutet einen Gesamtverlust des europäischen Gedankens, Erbes und Kultur. Auf der anderen Seite bedeutet eine Vertiefung und Weiterentwicklung der damit angesprochenen Werte auch eine Vertiefung und Weiterentwicklung des sich wieder einenden Europa.
Die Akropolis steht für das antike Griechenland. Dazu gehört die griechische Weisheit, die Tugendlehre und besonders die Ethik eines Aristoteles, die dieser vor allem in seiner Êthika nikomacheia niedergelegt hat. Sie steht auch für die Vernunfterkenntnis der Naturgesetzlichkeit. Sie steht für eine, auf der Freiheit der Individuen gründenden, den demokratischen Prinzipien der Rechtstaatlichkeit verpflichteten Staatsform. Die griechischen Staatstheoretiker, allen voran Aristoteles, haben die unabdingbare Notwendigkeit der Freiheit immer wieder unterstrichen, aber als deren Voraussetzung die Wahrheit gesehen. Ohne Wahrheit muß Freiheit notwendigerweise degenerieren und in der Tyrannei enden.
Unsere modernen Gesellschaften haben den absoluten Wahrheitsanspruch aufgegeben. Alles ist relativ geworden und der Meinung des Einzelnen unterworfen. Die Frage was ist richtig und was falsch, ist oft nicht mehr beantwortbar. Die daraus resultierende Entscheidungsunfähigkeit führt zu einem Verlust der individuellen Freiheit und damit zu einem auswuchernden Staatsapparat, der in immer weitere Bereiche der Gesellschaft vordringt und hineinregiert. Der Verlust unserer Freiheit geht langsam und fast unmerklich voran, aber er ist dennoch spür- und erkennbar. Wir erleben die Tyrannei des Wohlfahrsstaates und den Niedergang der alten europäischen Gesellschaft und Kultur.
Das Capitol steht für das alte Rom und sein Erbe. Das Imperium Romanum hat vieles aus dem antiken Griechenland in sein Denken und Handeln aufgenommen und mit seinem überzeugenden Organisationstalent perfektioniert und ausgebaut. Es hat dem Kontinent eine Verwaltung und einheitliche Sprache gegeben, es hat die gegenseitige Befruchtung durch verschiedene Kulturen und Völker in positiver Weise aufgezeigt und gefördert. Es hat einheitliche Formen in der Architektur und in der Dichtkunst hervorgebracht. Und es hat Europa durch seine Straßennetze und seine Wasserwege, durch die Heerlager und Stadtgründungen, durch einen verstärkten Binnenhandel und nicht zuletzt durch das römische Recht, auf dem wir noch heute unsere modernen Rechtsordnungen bauen, näher zusammenrücken lassen und geeint.
Und schließlich hat dieses, vom Capitol ausgehende System des geeinten Europa, die perfekte Basis für die Ausbreitung der Wahrheit die vom dritten Hügel stammt, geboten.
Golgotha steht für das Christentum. Das Christentum begann seinen kometenhaften Aufstieg zur führenden Weltreligion erst, als es das Imperium Romanum durchdrungen hatte und von diesem anerkannt wurde. Auf den Straßen und über die Kommunikationswege des alten Rom drang die christliche Botschaft zu allen Völkern der damaligen Welt. Und schließlich war es nur noch das Christentum, das diese alte Welt mit ihren vielen verschiedenen Kulturen und Völkern zusammenhielt.
Aber erst als das Christentum in sein Denken, die verloren gegangenen Werte und Erkenntnisse der alten Griechen wieder aufnahm, begann auch die intellektuelle Explosion dieser Lehre. Es dauerte bis ins Mittelalter, bis zu Albertus Magnus und seinem Schüler Thomas von Acquin, um die Lehre vom Naturrecht und der menschlichen Vernunft, mit der Offenbarung durch Christus zu versöhnen und zu verbinden. Seit dieser Zeit stimmt das Bild, das Johannes Paul II in seiner Enzyklika Fides et Ratio gezeichnet hat: Die menschliche Erkenntnis erhebt sich, wie ein Adler mit 2 Schwingen, dem Flügel des Glaubens und dem Flügel der Vernunft, über sich selber hinaus und strebt dem Himmel und damit Gott zu. Der Adler braucht beide Schwingen um fliegen zu können.
In der heutigen Zeit bestreiten viele Menschen die Existenz eines in die Natur hineingelegten Rechtssystems. Man bestreitet die Existenz von allgemeinen, unverrückbaren und außerhalb jeder Diskussion stehenden Wahrheiten. Man bestreitet die Offenbarung durch Christus und seinen Wahrheitsanspruch. Man untergräbt die Fundamente des römischen Rechtsdenkens. Und vor allem beschränkt man die Eigenverantwortung und Freiheit der Menschen.
Zuletzt wundert man sich, daß Europa erstarrt ist, daß wir uns maximal noch mit wirtschaftlichen Fragen auseinandersetzen, daß unsere Kultur verfällt und unsere Bevölkerung überaltet und ausstirbt. Europa ist von der blühendsten und expansivsten Kultur in eine Kultur des Todes übergegangen.
Das Europa Institut hat es sich zur Aufgabe gemacht mitzuhelfen, das Erbe der drei europäischen Hügel freizulegen und das wahre Europa aufzubauen. Wir bauen an einer Kultur des Lebens.
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